Freitag, 9. Januar 2015

Gratis-Comic-Tag 2015 & U-Comix 189

Eine etwas freundlichere Nachricht: Am 9. Mai findet in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder der Gratis-Comic-Tag statt, zu dem über dreißig Comicverlage Sonderhefte produzieren, die umsonst in Comicläden verteilt werden. Darunter sind liebevoll zusammengestellte exklusive Inhalte, Erstveröffentlichungen und Vorabdrucke. Das Ereignis ist seit mehreren Jahren ein fester Termin im Kalender der Comicfans, bei dem die Comicläden in der Regel rappelvoll sind.

Nun haben die Organisatoren die Liste der in diesem Jahr erscheinenden Comics veröffentlicht. Hier kannst du dir schon mal die Titelbilder ansehen und dir überlegen, welche der Hefte du im Mai gerne ergattern würdest. Jedes Jahr gibt es den einen oder anderen Renner, der praktisch sofort vergriffen ist. Also guck dir genau an, wann dein Laden an dem Tag öffnet!

Besonders hinweisen möchte ich auf das Heft von U-Comix, diesmal mit Geschichten unter dem Motto „Mehr Licht!“ Michael Vogt und ich sind mit einer phantastischen Story der Reihe EIN SELTSAMER TAG dabei, die wir in diesen Tagen unter Aufbietung all unserer Kräfte fertigstellen. Das Skript habe ich am 31.12. in die Schreibmaschine getippt, jetzt sitzt Micha mit Feder und Tintenfässchen an den Zeichnungen. Übrigens: Heute erscheint U-Comix Nr. 189, mit vielen Beiträgen aus der deutschen Comicszene und natürlich ebenfalls EIN SELTSAMER TAG. Dort finden sich Episoden, die wir in den Jahren 2012 und 2013 gemacht haben.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Charlie Hebdo

Heute trauert die Comicwelt um die gestern beim Anschlag auf die Redaktion des Charlie Hebdo in Paris ermordeten Menschen. Viele Kommentare, die ich gelesen habe, drücken unsere Fassungslosigkeit aus. „Ich bin sprachlos“, schrieben eloquente Schriftsteller. Comiczeichner haben ihre Profilbilder schwarz gesetzt. Es ist wirklich unfassbar: Da gibt es Verbrecher, die sich berechtigt sehen, Menschen umzubringen, weil die sich in Zeichnungen über etwas lustig machen. Welch eine Anmaßung! Wir sehen auch die Konsequenzen, die das haben wird: Regierungen werden die Bespitzelung ihrer Bürger erhöhen, weil sie so angeblich die Verbrecher besser fassen können. Und Pegida-Wirrköpfe werden weiter ihre Nachbarn diffamieren, die ja wohl mit den Mördern unter einer Decke stecken müssen.

Dabei haben Pariser Mörder und Pegida-Wirrköpfe etwas gemeinsam: Das sind wahrscheinlich Leute, die mit ihrem miesen Leben nichts anfangen können und nicht wissen, was sie dagegen tun sollen. Vielleicht haben sie ihren Job verloren oder sehen ganz einfach keinen Sinn in allem. Was machen solche Leute dann? Sie suchen sich irgendwelche anderen Leute, die sie für das eigene Elend verantwortlich machen. Und schlagen auf sie ein. Wenn sie an Maschinengewehre rankommen, bringen sie sie auch mal um. Wie können wir solche Idioten bekämpfen?

Die Pegida-Wirrköpfe und die Pariser Mörder haben noch etwas gemeinsam: In ihrer Selbstsicht sehen sie sich ja nicht als Arschlöcher, die mit dem eigenen Leben nicht klarkommen und deswegen unschuldige Menschen angreifen. Sondern sie brauchen für ihr Vorgehen eine Rechtfertigung. „Wir sind das Volk“, schreien daher die Wirrköpfe, „wir haben den Propheten gerächt“ die Mörder. Wie also können wir diese Leute bekämpfen? Indem wir hier und anderswo immer wieder öffentlich klarmachen, dass diese Rechtfertigungen nicht zutreffen: Ihr seid nicht das Volk, ihr steht ganz allein! Und ihr seid keine Helden eurer Religion, sondern nichts als erbärmliche Verbrecher!

Comiczeichner und Karikaturisten sind im Grunde fröhliche Menschen. Sie nehmen alles auf die Schippe, was ihnen in den Kram passt. So soll es auch in Zukunft sein.